Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Rauchmelder

Rauchmelder können Leben retten, wenn sie richtig eingesetzt werden. Umso wichtiger ist es, die Vorgaben zu Montage und Nutzung ernst zu nehmen. Besonders im Zuge der neuen Rauchmelder-Pflicht in vielen deutschen Bundesländern sollten sich sowohl Hausbesitzer, als auch Mieter mit dem Thema auseinandersetzen, um ihre Rechte und Pflichten zu kennen. Auch bezüglich der Anbringung der Rauchmelder existieren einige wichtige Vorgaben, die beachtet werden müssen.

Die wichtigsten rechtlichen und technischen Fragen im Überblick:

Rauchmelder sollten immer an der Zimmerdecke montiert werden, da der Rauch im Falle eines Feuers nach oben steigt und sich unter der Decke sammelt. Weiterhin sollte ein Mindestabstand von 50 cm zu Wänden, Ecken, Balken oder Lampen beachtet werden. Wird der Rauchmelder zu nah an solchen "Störgegenständen" befestigt, könnten diese den Rauch daran hindern, in die Rauchkammer des Melders zu gelangen. Das lebenswichtige Auslösen des Alarms kann dadurch verhindert werden. Dasselbe gilt für hohe Möbel wie Schränke oder Regale. Werden Rauchmelder unmittelbar über solchen Möbelstücken befestigt, können auch diese die Rauchkammer des Rauchmelders verdecken.

Befindet sich ein Rauchmelder in unmittelbarer Nähe eines Fensters oder einer Klimaanlage kann Zugluft das Auslösen des Alarms erheblich verzögern oder sogar ganz ausschalten. Einen weiteren Sonderfall stellen Dachschrägen dar. Bei Schrägen mit einem Winkel über 20 Grad müssen die Rauchmelder waagrecht montiert werden, da der Rauch sonst durch die Kammer des Rauchmelders ziehen könnte, ohne den Alarm auszulösen.

Seit 2014 sind Rauchmelder in 13 von 16 deutschen Bundesländern für Neubauten Pflicht. Je nach Bundesland unterscheiden sich jedoch die Regeln zu Montage und Wartung, sowie die Fristen zur Nachrüstung von bereits bestehenden Bauten. Diese sind den Vorgaben des jeweiligen Gesetzestextes zu entnehmen. Für die Installation der Rauchmelder ist grundsätzlich der Vermieter oder Eigentürmer des Hauses bzw. der Wohnung zuständig. Eine Ausnahme bildet hierbei Mecklenburg-Vorpommern, dort ist laut Gesetz der Besitzer des Wohnraumes - das heißt im Falle von Mietwohnungen der Mieter - für die Installation der Rauchmelder zuständig.

Um die regelmäßige Wartung (einmal pro Jahr) der Geräte - das bedeutet Tests auf Funktionsfähigkeit und Batterieleistung - müssen sich hingegen meist die Mieter kümmern. In einigen Bundesländern existiert für die Wartung allerdings keine eindeutige Regelung. In diesem Fall können die Pflichten zum Beispiel im Mietvertrag geregelt sein. Zudem ist es dem Eigentümer möglich, die Wartung selbst zu übernehmen, oder sie an einen Hausmeister oder Fachmann zu übertragen.

Generell ist die Installation von Rauchmeldern auch für Laien kein Problem, wenn die Vorgaben zur Montage beachtet werden. Es ist kein zusätzliches Fachwissen erforderlich. Batteriebetriebene Rauchmelder (empfohlen werden langlebige Lithium-Batterien) werden in der Regel einfach mit dem enthaltenen Material an die Decke geschraubt. Dafür ist es lediglich notwendig, Löcher in die Decke zu bohren, in denen der Rauchmelder anschließend verschraubt wird.

Alternativ ist es möglich, Rauchmelder mit Klebepads oder mithilfe von Magneten an der Decke zu befestigen. Vor allem die Nutzung von Klebepads ist jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen, da sich der Kleber mit der Zeit durch Wärme oder Feuchtigkeit lösen kann. Besonders für Hauseigentümer, die mehrere Wohnungen vermieten, kann die Beauftragung eines Fachmanns auf Grund der hohen Anzahl an zu befestigenden Rauchmeldern sinnvoll sein.

Tipp: Eine gute Lösung für mehrstöckige Häuser können verkettete Rauchmelder sein. Diese sind untereinander verbunden und lösen bei einem Brand im Erdgeschoss auch den Alarm im Obergeschoss aus.

Die Kosten für die Anschaffung und die Montage der Rauchmelder trägt im Normalfall der Eigentümer des Wohnraumes. Für Vermieter ist es unter Beachtung bestimmter Vorgaben möglich, die Anschaffung und den Einbau der Rauchmelder als Modernisierungsmaßnahme geltend zu machen und eine Mieterhöhung festzulegen. Die Kosten für die Wartung sind in den Gesetzestexten der meisten Bundesländer nicht eindeutig zugewiesen. Kümmern sich die Besitzer selbst um die Wartung, entstehen - außer im Falle einer leeren Batterie oder Funktionsfehlern - keine Kosten.

Besonders für Vermieter oder Eigentümer eines großen Hauses kann es jedoch ratsam sein, einen externen Dienstleister (zum Beispiel Wärmemessdienstleister) mit der Wartungspflicht zu beauftragen. Dieser muss allerdings über eine Qualifikation nach DIN 14676 verfügen. Auch Dienstleister wie zum Beispiel Schornsteinfeger können diese Aufgabe mit vorhandener DIN-Qualifizierung übernehmen. So kann im Falle eines Brandes durch eine offizielle Dokumentation nachgewiesen werden, dass die Rauchmelder funktionsfähig waren. Dies kann zum Beispiel für Versicherungen wichtig sein.

Laut Gesetzestext müssen CE-zertifizierte Rauchmelder in allen Räumen angebracht werden, in denen Leute schlafen. Dazu zählen Schlafzimmer, Kinderzimmer und eventuell auch andere Räume, in denen eine Übernachtungsoption in Form einer Schlafcouch besteht. Außerdem müssen alle Flure, die von Aufenthaltsräumen abführen und als Fluchtweg dienen, mit Rauchmeldern im Abstand von maximal 15 m ausgestattet sein. Achtung: Ändert sich die Aufteilung der Wohnräume, müssen gegebenenfalls auch die Rauchmelder umziehen. In L-förmigen Räumen oder Zimmern, die durch Raumtrenner aufgeteilt sind, sollten mehrere Rauchmelder installiert werden. Weiterhin kann es sinnvoll sein, auch das Wohnzimmer oder Arbeitszimmer mit Rauchmeldern zu versehen - dies ist jedoch keine Pflicht.

In Räumen wie Küche oder Bad hingegen sollten keine herkömmlichen Rauchmelder angebracht werden, da diese durch Wasserdampf und Hitze zum einen schneller verschleißen und zum anderen häufig Fehlalarm auslösen können. Für diese Räume existieren Hitzemelder, die weniger sensibel auf hohe Temperaturen oder Wasserdampf reagieren.

Aktuell gibt es keine Instanz, die die Einhaltung der Rauchmelder-Pflicht überprüft. Zudem liegen bislang zu wenige Urteile vor, anhand derer alle rechtlichen Folgen der Nichteinhaltung deutlich werden. Dennoch kann die Nichteinhaltung im schlimmsten Fall ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Rauchmelder sind gesetzlich vorgeschrieben und zählen somit zu Sicherheitsvorschriften, die bei Bau und Instandhaltung eines Wohnhauses beachtet werden müssen. Somit können Versicherungen - zum Beispiel die Hausratversicherung - bei Missachtung der Vorschriften ihre Leistungen im Brandfall erheblich kürzen. Besonders schwerwiegend können Strafen der Pflicht-Missachtung ausfallen, wenn Menschen zu Schaden gekommen sind. Denn die Hauptaufgabe der Rauchmelder besteht darin, Menschenleben zu schützen.

Bei Neubauten in Bundesländern mit Rauchmelder-Pflicht gehört eine Überprüfung der Einhaltung durch das Bauamt zur Abnahme. Bewohner bereits bestehender Häuser sollten die Rauchmelder-Pflicht als wichtige Maßnahme zu ihrer eigenen Sicherheit sehen und in ihrem eigenen Interesse alle Vorkehrungen treffen, die Unfälle verhindern können.

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